Surfen ohne Barrieren
Anteil der Menschen mit Behinderungen steigt weltweit
Weltweit haben etwa 15-20% der Menschen eine Form von Behinderung. In wenig entwickelten Ländern sind Armut und Konkfliktfälle verschärfend, in reichern Ländern prägt die Überalterung die Statistik.
In Deutschland liegt der Anteil älterer Menschen (ab 60 Jahre) für 2005 bei ca. 25 %, für 2050 kann man von 35 % ausgehen.
Menschen mit Einschränkungen nutzen das Internet überproportional
Eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums hat herausgefunden, dass ein hoher Prozentsatz von Menschen mit Behinderungen gute Internetkenntnisse hat. Das mag daran liegen, dass das Internet gerade für sie ein ideales Medium der Information, aber auch der Kontaktaufnahme ist. Der Computer kann eine unglaubliche Erleichterung für die Abwicklung der Alltagsgeschäfte sein. Onlinebanking oder Einkaufen ist für Menschen mit Behinderungen wesentlich unkomplizierter über das Internet zu erledigen.
Für das Surfen im Internet stehen Hilfsmittel aller Art zur Verfügung
Für Menschen mit motorischen Behinderungen, die z.B. Schwierigkeiten mit Maus und Tastatur haben, gibt es viele assistive Techniken (Hilfsmittel), die das Surfen erleichtern oder erst ermöglichen. Z.B. Geräte mit Großtasten, Joystickmäuse, Minimäuse, Mäuse, die man mit Mund oder Kopf bedienen kann und vieles mehr.
Einige Beispiele gibt es bei WEBAIM und in der Datenbank von Barrierefrei kommunizieren.
Für Hörbehinderte können Beiträge in Gebärdensprache und erklärende Videos mit Untertitel hilfreich sein. Es gibt mittlerweile einige Angebote, die ganz in Gebährdensprache übersetzt werden.
Beispiele: das spanische Magazin Diariosigno oder Signacademy
Für Sehbehinderte stehen verschiedene Vorlesegeräte und -software zu Verfügung, wie Screenreader, Sprachausgabe und Braillezeilen. Bei INCOBS kann man einen Eindruck von den vielfältigen Möglichkeiten bekommen.
Das Internet ist für Menschen mit Behinderungen trotz aller Hilfsmittel heute noch der reinste Hürdenlauf
Voraussetzung für eine Zugänglichkeit ist aber, dass Internetseiten auch barrierefrei konzipiert sind. Das ist aber in den meisten Fällen nicht der Fall.
Saubere Programmierung erste Voraussetzung
Dabei wäre schon viel geholfen, wenn die Websites sauber programmiert wären und den internationalen Webstandards entsprächen. Nach einer Untersuchung ist das aber nur bei ca. 4% der deutschen Websites der Fall. Alle anderen nutzen propriertäre Standards, die nicht allgemein anerkannt sind, oder schlichtweg falschen Code, den die gängigen visuellen Browser zwar darstellen, die assistive Geräte aber ins Schleudern bringen. Korrekte Programmierung könnte die erste Hürde nehmen, auch für Suchmaschinen, die logisch richtigen Programmiercode weit besser für ihre Trefferlisten auswerten können.
Stolperfallen für unterschiedlichste Einschränkungen
Die Vielfalt an möglichen Einschränkungen wird bei der Erstellung von Internetseiten kaum berücksichtigt. Für farbfehlsichtige Menschen können Farbgebung und Kontraste zum Hindernis werden, Menschen mit visuellen Einschränkungen können mit Informationen in Filmen und Grafiken nicht viel anfangen. Manche Websites sind völlig in Flash programmiert und schließen alle aus, die textbasiert surfen. Ihnen fehlt der maschinenlesbare Text für die Sprachausgabe. Oft ist die Navigation unbrauchbar oder Texte sind für einzelne Benutzergruppen zu verwirrend. Kleine Navigationspunkte können für motorisch behinderte Menschen fummelig und kaum zu bedienen sein. Oder die inhaltliche oder visuelle Struktur ist unübersichtlich. Werden Skripte verwandt, ist der Programmiercode für assistiven Techniken u.U. einfach nicht lesbar.
Barrierefreie Programmierung - Webentwickler und Auftraggeber müssen am selben Strang ziehen
Ein Grund für die Vielzahl an Websites voller Barrieren ist sicherlich noch Unkenntnis auf allen Seiten. Viele Websiteprogrammierer legen andere Schwerpunkte. Barrierefreie Seiten waren und sind bei Designern z.T. noch verpönt, weil man ihnen designerische Einfalt unterstellt. Aber die technischen und gestalterischen Möglichkeiten haben sich dank CSS (Cascading Style Sheets) sehr verbessert. Andere Entwickler arbeiten mit raffinierten Techniken und Skripten, die zwar manchen Normalnutzer beeindrucken, Menschen mit Behinderungen aber zur Verzweiflung (oder zum Wegklicken) bringen können.
Bisher wollen Unternehmen häufig nur das absolute Minimum für ihre Internetseite investieren. Dann kann das Ergebnis nicht überragend sein.
Barrierefreie Internetseiten sind mit Sorgfalt zu erstellen und daher keine Schnäppchen. Doch wie lange noch können Firmen mit ihren Websites die größer werdende Gruppe der Menschen mit Einschränkungen ausschließen oder der pfiffigen Konkurrenz überlassen?
Barrierefreie Websites: zukunftssicher, ein Zeichen von Qualität und Rücksicht, oder einfach nur eine Marketingstrategie !
Fragen und Antworten
Werden bei einem Websiteprojekt von vorneherein hinderliche Techniken vermieden, ist das halbe Ziel für die...
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Sie erreichen alle Menschen: Die Anzahl von Menschen mit Einschränkungen steigt ebenso wie die Anzahl von...
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Das hängt davon ab, mit welcher Technik Ihre Website erstellt ist. Liegen die Fundamente schon falsch, ist es...
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